Geschichte Gold



Die des Goldes

 

Wegen seines auffallenden, goldgelben Glanzes wurden schon die Menschen der Frühgeschichte aufmerksam auf dieses seltene Metall, das dennoch manchmal sogar in gediegener Form in der Natur gefunden wurde. Auch die Bearbeitung des eher weichen Metalls war schon vor der Bronzezeit möglich. In den meisten Kulturen wurde für die Herstellung von Schmuck aber auch im Rahmen ritueller oder religiöser Handlungen verwendet. Die Gründe für die hohe Attraktivität des Goldes sind:

– Seltenheit
– ansprechender, goldener Glanz
– Beständigkeit und Unvergänglichkeit (kaum Korrosion)
– auffallend hohes Gewicht (große Dichte = 19,3 g/qcm)
– relativ geringer Schmelzpunkt (kleiner als 1100 °C)
– gute Legierbarkeit (Mischbarkeit) mit anderen Metallen

Ein Gräberfeld im Bulgarischen Warna ist bekannt als Fundort der bislang ältesten, ca. 3000 Goldartefakte. Dabei handelt es sich um Grabbeigaben, die auf ein Herstellungdatum um 4600 – 4300 v. Chr. datiert wurden. Ebenfalls um Grabbeigaben handelt es sich auch bei den über 7000 Goldobjekten der Majkop-Kultur in Osteuropa aus dem vierten Jahrtausend v. Chr.. Aus ungefähr der gleichen Zeit stammen auch zwei Goldscheiben aus dem niederösterreichischen Depotfund von Stollhof.

Geht man weiter ins nördliche Europa, so werden die frühesten Goldfunde ungefähr ab dem dritten Jahrtausend durchgehend etwas später datiert. Einen besonderen Bekanntheitsgrad erreichte in diesem Zusammenhang die endneolithische Glockenbecherkultur. Als Beispiele seien hier erwähnt die Haarspange und Ohrringe des Bogenschützen von Amesbury oder auch die eines Glockenbecher-Grabes bei Wustermark westlich der Havel in Brandenburg. In der frühen Bronzezeit folgte dann beispielsweise die Himmelsscheibe von Nebra, die mit filigranen Goldauflagen versehen worden war.

Die (alten) Ägypter beuteten in Nubien und Oberägypten aus, und die Römer nutzten mehrere, verschiedene Fundstätten in Rumänien und Kleinasien sowie in Spanien und auch Germanien. Der Raub des „Goldenen Vlies'“ durch die griechischen Argonauten in Verbindung mit dem „Raub bzw. der Entführung“ der Medea durch Jason in Kolchis (heute Georgien) kann als die früheste Dokumentation eines Goldraubes angesehen werden.

Das „Goldene Kalb“ ist ein Götzenbild, das die Israeliten zu jenem Zeitpunkt herstellten, als Moses die „Zehn Gebote“ empfangen hatte, so wird in der Tora berichtet. Weihrauch, Myrrhe und Gold waren gemäss des Neuen Testaments die edlen Gaben, die die drei Weisen aus dem Morgenland als Geschenke für das neu geborene Jesuskind mit brachten.

Ganz wichtig zu erwähnen bei der Geschichte des Goldes ist dessen weit reichende Verbreitung, Verwendung und Verarbeiitung in Mittel- und Südamerika. Schon die Mochica in Peru vergoldeten Gegenstände, und sie beherrschten bereits zu Beginn des ersten Jahrtausends die Herstellung einer Goldlegierung, das so genannte Tumbago.

Unmittelbar nach der Entdeckung Amerikas 1492 wurde das Gold den Ureinwohnern von Mittel- und Südamerika zum Verhängnis. Vor allem spanische Eroberer, die so genannten Conquistadores raubten diesen Völkern ihr Gold und zerstörten zugleich ihre Kulturen. Mit ungezählten Schiffsladungen wurde tonnenweise Gold auf den so genannten Galeonen nach Spanien transportiert, was Spanien damals zur reichsten Nationen Europas machte. Auch damals funktionierte übrigens schon der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Nachfrage, Angebot und Preis. Durch die Überfrachtung Europas mit Gold sank der Goldpreis deutlich ab. Die zwingende, wirtschaftliche Gesetzmäßigkeit, die sich dahinter verbirgt, wurde zu dieser Zeit aber noch nicht verstanden.

Goldrausch war ein Phänomen, das besonders im 19. Jahrhundert durch größere Goldfunde weltweit ausgelöst wurde. Berühmte Beispiele dafür sind der kalifornische Goldrausch von 1849 und der Goldrausch in Alaska besonders am Fluss „Klondike“ im Jahre 1897. Aber auch nach Südafrika (Witwatersrand) oder nach Australien (Coolgardie, Bathurst, Temora, Teetulpa) strömten Scharen von Abenteurern in ihrer Gier nach dem edlen Metall. Die Mehrzahl dieser Menschen blieben aber bettelarm oder verloren sogar ihr Leben, nur wenige gelangten wirklich durch Gold zu Reichtum. Als besonders intelligent stellten sich jene Menschen heraus, die vor Ort Handel betrieben mit Lebensmitteln und all den Utensilien, die man zum Goldsuchen benötigt. Diese Händler wurden in der Regel tatsächlich indirekt durch das Gold reich.